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Ratgeber · Notfallvorsorge nach BBK

Krisenvorsorge zuhause: Was Sie für 10 Tage ohne Strom und Einkauf wirklich brauchen

Stromausfall, Hochwasser, gesperrte Straßen: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) rät jedem Haushalt, sich 10 Tage selbst versorgen zu können. Diese Seite zeigt die konkreten Mengen pro Person, die Reihenfolge, in der Systeme bei einem Blackout ausfallen, und die Checklisten für Hausapotheke und Notgepäck – zusammengefasst aus dem Ratgeber „Krisenfest – Der BBK-Ratgeber für Ihr Zuhause“.

Ohne Alarmismus: Es geht nicht um Bunker, sondern um einen Kellerregal-Vorrat, den Sie ohnehin aufessen.

Krisenfest – Der BBK-Ratgeber für Ihr Zuhause
Oliver Donzyk · rund 200 Seiten · 12 Kapitel mit Checklisten
Taschenbuch 14,99 €Bei Amazon ansehen
Kindle eBook 9,99 €eBook ansehen
ISBN 979-8-186-07983-5 · Lieferung und Preis über Amazon.de
Buchcover: Krisenfest – Der BBK-Ratgeber für Ihr Zuhause von Oliver Donzyk
10 Tage
Selbstversorgung, die das BBK jedem Haushalt empfiehlt
2 + 5 Liter
Trinkwasser plus Brauchwasser pro Person und Tag
2.200 kcal
Richtwert pro Person und Tag für den Lebensmittelvorrat
200 €
Bargeld in kleinen Scheinen, wenn Kartenterminals ausfallen

1. Wasser: der Vorrat, der am schnellsten fehlt

Ein Erwachsener verliert täglich rund 2,5 Liter Flüssigkeit. Das BBK rechnet deshalb mit mindestens 2 Litern Trinkwasser pro Person und Tag, dazu 0,5 bis 1 Liter für die Zubereitung von Speisen. Für den 10-Tage-Vorrat sind das 20 Liter pro Person – und das ist eine Überlebensration, keine Komfortgröße. Händewaschen, Geschirr, eine notdürftige Körperreinigung kommen obendrauf: Planen Sie zusätzlich etwa 5 Liter Brauchwasser pro Person und Tag ein, sonst steigt das Infektionsrisiko im Haushalt spürbar.

Der Bedarf steigt bei Säuglingen (Milchpulver, Fläschchen sterilisieren: 1 bis 2 Liter extra), bei Schwangeren und Stillenden (mindestens 0,5 Liter extra), bei Fieber oder Durchfall (bis 4 bis 5 Liter) und bei Haustieren (ein mittelgroßer Hund trinkt 1 bis 2 Liter am Tag). Eine vierköpfige Familie mit Kleinkind und Hund landet damit für zwei Wochen schnell bei 90 bis 110 Litern reinem Trinkwasser.

Praxis-Tipp aus dem Buch: Drehen Sie an einem Samstagmorgen den Haupthahn ab und notieren Sie, wie viel Wasser Sie bis zum Abend tatsächlich aus Kanistern entnehmen. Die meisten Haushalte unterschätzen ihren Verbrauch deutlich.

Worin lagern?

Ausführlich in Kapitel 3 „Trinkwasser – Ihre Lebensader in der Krise“, inklusive Aufbereitung mit Filter, Abkochen und Chemie.

2. Lebensmittelvorrat: die BBK-Mengen pro Person

Ein autarker Haushalt beginnt mit einer Rechenaufgabe, nicht mit einer Einkaufsliste. Das BBK setzt rund 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag an; wer nach einem Sturm Schlamm schaufelt oder in einer ungeheizten Wohnung sitzt, braucht eher 2.800 bis 3.000. Für zehn Tage ergibt das etwa 20 Kilogramm Lebensmittel pro Person – haltbar, ohne Kühlung lagerfähig und ohne langes Kochen essbar.

Grundvorrat für 10 Tage nach BBK-Schema (aus Kapitel 4 des Buches)
HaushaltGetreideprodukteGemüse, HülsenfrüchteObstMilch, KäseFleisch, Fisch, EiFette, Öle
1 Person4,0 kg5,0 kg3,5 kg3,6 kg1,7 kg0,5 kg
2 Personen8,0 kg10,0 kg7,0 kg7,2 kg3,4 kg1,0 kg
4 Personen16,0 kg20,0 kg14,0 kg14,4 kg6,8 kg2,0 kg
6 Personen24,0 kg30,0 kg21,0 kg21,6 kg10,2 kg3,0 kg

Konkret heißt das für eine Person: Brot, Knäckebrot, Haferflocken, Reis und Nudeln; Dosengemüse, Hülsenfrüchte und Kartoffelprodukte; konserviertes Obst und Trockenfrüchte; H-Milch und Hartkäse; Dauerwurst, Fisch- und Fleischkonserven, Volleipulver; Öl und Butterfett. Vegetarier ersetzen Fleisch und Fisch durch 1,5 kg mehr Hülsenfrüchte, mehr Käse und H-Milch sowie Sojagranulat.

Das Prinzip des lebenden Vorrats: Kaufen Sie nur, was Sie ohnehin essen, und rotieren Sie den Vorrat im Alltag (neu nach hinten, alt nach vorn). Ein Vorrat aus 4 kg Reis ist wertlos, wenn niemand in der Familie Reis mag – und nichts ist schlimmer, als in der Krise Lebensmittel zu öffnen, die der Magen nicht verträgt.

Kapitel 4 enthält daneben einen 10-Tage-Speiseplan ohne Kühlschrank, Hinweise zu Nährstoffen bei längerer Versorgungskrise und Varianten für vegane und glutenfreie Ernährung.

3. Stromausfall: In welcher Reihenfolge die Systeme ausfallen

Ein Blackout ist nie nur Dunkelheit. Er löst eine Kette aus, die binnen Stunden die Grundversorgung trifft. Wer diese Reihenfolge kennt, weiß, was in den ersten Stunden zu tun ist:

  1. Nach 30 Minuten bis 4 Stunden: Mobilfunkmasten laufen auf Notstrom-Akkus, dann ist Schluss – kein Anruf, keine Warn-App. IP-Telefonie und Router fallen sofort aus.
  2. Nach wenigen Stunden: Wasserpumpen stehen still. In flachen Regionen und oberen Stockwerken versiegt der Druck, mit ihm die Toilettenspülung.
  3. Nach 4 bis 6 Stunden: Der Kühlschrank überschreitet 7 °C; Fleisch, Fisch und Milchprodukte werden zum Risiko. Ein voller Gefrierschrank hält 24 bis 48 Stunden, wenn er geschlossen bleibt.
  4. Sofort: Tankstellen können ohne Pumpen keinen Kraftstoff abgeben, Kassenterminals und Geldautomaten funktionieren nicht. Deshalb die Empfehlung: mindestens 200 Euro Bargeld in kleinen Scheinen im Haus.

Für die eigene Vorbereitung heißt das: Ein batteriebetriebenes Radio (UKW oder DAB+) mit Ersatzbatterien, Taschenlampen und Kerzen mit sicherer Aufstellung, eine geladene Powerbank, ein Campingkocher mit Brennstoffvorrat (nur mit ausreichender Lüftung, nie im geschlossenen Raum) und eine Vereinbarung mit den Nachbarn, wer nach wem schaut.

Kapitel 5 behandelt auf über 50 Seiten Licht und Wärme, Powerbanks und Solarladegeräte, Notstromaggregate (Typen, Treibstoff, Sicherheit), Lebensmittelrettung bei Kühlausfall und Kommunikation ohne Netz.

4. Hausapotheke: die BBK-Grundausstattung

Die Hausapotheke soll zehn Tage lang kleinere Verletzungen und plötzliche Erkrankungen abfangen. Aufbewahrung: eine stabile, abschließbare Kunststoffbox an einem trockenen, kühlen Ort, den jeder Erwachsene im Haus mit einem Handgriff erreicht. Das Verbandmaterial für einen Zwei-Personen-Haushalt:

Dazu kommen Schmerz- und Fiebermittel, ein Mittel gegen Durchfall, Elektrolyte, ein Fieberthermometer – und vor allem die eigenen Dauermedikamente für mindestens 14 Tage (Insulin, Asthmaspray, Blutdruck, Schilddrüse). Klären Sie mit Ihrer Arztpraxis, ob eine Mehrfachverordnung möglich ist.

Kapitel 6 mit vollständiger Liste, Haltbarkeitsprüfung und Besonderheiten für Kinder, Senioren und chronisch Kranke.

5. Notgepäck: wenn Sie das Haus verlassen müssen

Notvorrat und Notgepäck sind zwei verschiedene Dinge. Der Vorrat ist für den Fall, dass Sie zuhause bleiben können. Das Notgepäck ist für die Evakuierung – Bombenfund, Gefahrgutunfall, Hochwasser, Gebäudebrand – und muss Sie 48 bis 72 Stunden außerhalb der Wohnung versorgen, bis eine Notunterkunft steht.

Warum vorher packen: Eine Evakuierungsanweisung kommt fast immer unerwartet und zeitkritisch. Unter Stress schaltet das Gehirn in den Kampf-oder-Flucht-Modus und vergisst das Nötigste – die Ersatzbrille, die Dokumente, das Ladekabel. Der gepackte Rucksack nimmt diese Entscheidung ab.

Kapitel 8 „Notgepäck – In 5 Minuten bereit“ mit Packliste nach Gewicht, Dokumentenmappe (Kapitel 7) und Varianten für Familien.

Ihre ersten Schritte: Bestandsaufnahme statt Bunker

Das Buch beginnt nicht mit dem Einkauf, sondern mit einer Bestandsaufnahme des eigenen Haushalts. Die Fragen, die Sie heute beantworten sollten:

  1. Für wen sorge ich vor? Jede Person mit Alter, Gewicht und Gesundheitszustand notieren – auch der pflegebedürftige Elternteil im Nebenhaus, wenn er im Ernstfall bei Ihnen wäre.
  2. Welche besonderen Bedarfe gibt es? Dauermedikamente, Allergien, Ernährungsformen, Brille, Hörgerät, Windeln, Monatshygiene, Inkontinenzmaterial.
  3. Was ist schon da? Vorräte, Kanister, Taschenlampen, Radio, Bargeld – ehrlich zählen, nicht schätzen.
  4. Was fehlt zuerst? Wasser vor Lebensmitteln, Medikamente vor Komfort, Radio vor Notstromaggregat.
  5. Wann prüfe ich das wieder? Ein fester Termin im Kalender, zweimal im Jahr, für Haltbarkeiten und Batterien.

Leseprobe

„Krisenvorsorge bezeichnet die Gesamtheit aller privaten Maßnahmen, die eine Person oder ein Haushalt trifft, um einen zeitlich begrenzten Ausfall kritischer Versorgungsinfrastrukturen ohne externe Hilfe bewältigen zu können. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) definiert den Begriff in seinem Rahmenkonzept als ‚die Fähigkeit von Bürgerinnen und Bürgern, sich in einer außergewöhnlichen Notlage für einen überschaubaren Zeitraum selbst zu versorgen, bis staatliche Unterstützungsmaßnahmen wirken‘. Die Definition ist präzise und zugleich bewusst nüchtern gehalten. Sie verzichtet auf dramatisierende Elemente und stellt einen sachlichen Zusammenhang her zwischen den Grenzen staatlicher Handlungsfähigkeit und der Eigenverantwortung jedes Haushalts.

Was Krisenvorsorge nicht ist, muss ebenso deutlich gesagt werden: Sie ist kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber dem Staat oder seinen Institutionen. Keine Untergangsfantasie. Keine Weltuntergangsvorbereitung. […] Ebenso wenig ist Krisenvorsorge mit Alarmismus zu verwechseln. Alarmismus zeichnet sich durch eine ständige akute Bedrohungswahrnehmung aus, durch das Gefühl, jederzeit könne die nächste Katastrophe hereinbrechen. Wer alarmistisch denkt, hortet nicht nur Vorräte, sondern lebt in einem Zustand permanenter Anspannung. Solche Daueranspannung macht krank und trübt die Urteilsfähigkeit. Seriöse Vorsorge hingegen ist genau das Gegenteil: Sie beruhigt, weil sie Handlungsoptionen schafft.“

Aus Kapitel 1.1 „Was ist Krisenvorsorge? – Eine Begriffsbestimmung“, Krisenfest – Der BBK-Ratgeber für Ihr Zuhause

Die 12 Kapitel des Buches

  1. Warum Krisenvorsorge? – Grundlagen und Mindset
  2. Die persönliche Bestandsaufnahme: Wo stehen Sie heute?
  3. Trinkwasser – Ihre Lebensader in der Krise
  4. Lebensmittelvorrat – 10 Tage autark essen
  5. Stromausfall – Leben ohne Steckdose
  6. Die Hausapotheke – Medizinische Vorsorge für 10 Tage
  7. Dokumente und Finanzen – Vorsorge auf dem Papier
  8. Notgepäck – In 5 Minuten bereit zum Verlassen des Hauses
  9. Kommunikation und Information in der Krise
  10. Krisenfeste Infrastruktur im Haus – Heizen, Kochen, Sanitär
  11. Mentale Stärke und sozialer Zusammenhalt
  12. Wartung, Übung und Weiterentwicklung – Vorsorge am Leben halten

Für wen ist das Buch gedacht?

Häufige Fragen

Für wie viele Tage soll ich Vorräte anlegen?

Das BBK empfiehlt einen Vorrat für 10 Tage, in dem Sie ohne Einkauf und ohne fließendes Wasser auskommen. Wer den Platz hat, kalkuliert Trinkwasser besser für 14 Tage, weil Wasser der Engpass ist, der am schnellsten gefährlich wird.

Wie viel Wasser brauche ich pro Person?

Mindestens 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag, dazu 0,5 bis 1 Liter zum Kochen und etwa 5 Liter Brauchwasser für Hygiene. Für 10 Tage sind das rund 20 Liter Trinkwasser pro Person als absolutes Minimum. Säuglinge, Kranke, Schwangere und Haustiere brauchen zusätzlich.

Wie viel Bargeld sollte man zuhause haben?

Bei einem Stromausfall fallen Kartenterminals und Geldautomaten aus. Das BBK empfiehlt, mindestens 200 Euro in kleinen Scheinen zuhause zu haben.

Wie lange hält ein Gefrierschrank bei Stromausfall?

Ein voller Gefrierschrank hält seine Temperatur etwa 24 bis 48 Stunden, wenn er geschlossen bleibt. Ein Kühlschrank erreicht bereits nach 4 bis 6 Stunden den kritischen Bereich über 7 °C.

Was ist der Unterschied zwischen Notvorrat und Notgepäck?

Der Notvorrat ist für den Fall gedacht, dass Sie zuhause bleiben können: Lebensmittel und Wasser für 10 bis 14 Tage. Das Notgepäck ist die mobile Variante für eine Evakuierung und muss Sie 48 bis 72 Stunden außerhalb der Wohnung versorgen.

Krisenfest – Der BBK-Ratgeber für Ihr ZuhauseTaschenbuch 14,99 € · Kindle eBook 9,99 € · rund 200 Seiten mit Checklisten

Über den Autor: Oliver Donzyk ist Ingenieur, Familienvater und Autor praxisorientierter Ratgeber. „Krisenfest“ entstand aus der eigenen Frage, wie sich die Empfehlungen des BBK ohne Angst und ohne Bunkermentalität in einem normalen Haushalt umsetzen lassen. Weitere Bücher: Übersicht bei PDF Butler.